Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Gedankenwelten für Mai, 2011.
23.5.2011 von Tigresse.
Die Ehrlichkeit ist eine sensible Sache. Für die einen bedeutet es, dass man jemand nur wahre Dinge erzählt. Für mich bedeutet es eine ganze Menge mehr.
Ehrlichkeit bedeutet auch, dem Partner Dinge nicht vor zu enthalten.
Wenn mir jemand im Nachhinein sagt „aber ich hab Dich doch nicht belogen“ dann hat er damit bestimmt recht. Aber er hat etwas viel schlimmeres gemacht, er hat es mir gar nicht erst erzählt.
Somit gibt es immer zwei Ehrlichkeiten: Etwas nicht wahrheitsgemäß zu erzählen und etwas gar nicht zu erzählen.
Wer mir also etwas falsch erzählt, oder mich direkt belügt, gibt mir irgendwie die Chance das mitzubekommen, etwas zu hinterfragen.
Wenn man mir aber etwas vorenthält, also mir etwas gar nicht erst erzählt, gibt man mir nicht die Chance mit dieser Sache selber um zugehen. Dieser Mensch trifft eine Entscheidung für mich. Er enthält mir Informationen vor. Wenn ich dann später davon erfahren, fühle ich mich hintergangen, betrogen und herabgesetzt. Es zeigt mit, dass der andere nicht genug Vertrauen in sich oder in mich hat mit der Situation umzugehen.
Ich fühle mich von meinem Partner ausgegrenzt und bevormundet, wenn er mir Dinge vorenthält. Dabei ist es mir egal warum er es macht. Ob er denkt, dass er mir damit weniger weh tut, oder ob er das Gefühl hat, mich dadurch zu beschützen. Ich will selber entscheiden, ob ich mit der Information zurechtkomme.
Aber genauso wie eine Lüge, kommt auch etwas was nicht gesagt wurde, irgendwann raus. Und beides ist zu dem Zeitpunkt wo es rauskommt viel schlimmer. Somit kommt man mit Ehrlichkeit in der Regel viel weiter. Zu mindestens ist das bei mir so.
Geschrieben in Gedanken | 3 Kommentare »
17.5.2011 von Tigresse.
Eine meiner Erkenntnisse der letzten Zeit, ist dass man sich vor allem dann weiterentwickelt, wenn negative Gefühle im Spiel sind. Natürlich kann man sich nur dann weiterentwickeln, wenn man auch über seine negativen Gefühle nachdenkt. Zum Glück habe ich seit einiger Zeit einen Denkanstoßer, der auch mal unangenehme Fragen stellt. Aus dem Grund, kommen hier mal wieder Einträge im Blog.
Weshalb flirtet man mit anderen Menschen, wenn man schon verbandelt ist?
Flirten ist generell ja erst mal ganz harmlos. Gerade, wenn wie jetzt schönes Wetter ist, wird geflirtet was das Zeug hält. Die Hormone stehen auf Sturm. Beim Flirten schaut man wie gut sind denn so die Chancen beim anderen Geschlecht, oder auch beim eigenen. Ich sage dazu immer „Marktwert abschätzen“. Nach einem schönen unverbindlichen Flirt fühlt man sich wunderbar, leicht schwebend, schön, gut aussehend und anziehend. Es hebt die eigene Stimmung. Gerade wenn man verbandelt ist, braucht man das Gefühl immer noch begehrenswert zu sein. Und da kommt ein unverbindlicher Flirt ganz richtig.
Aber was passiert wenn aus dem Flirt mehr wird? Was ist, wenn man sich auf einmal in der Situation sieht, dass man seinem Partner fremd geht? Jetzt geht es nicht nur darum zu sehen, was denn so der eigene „Marktwert“ ist. Hier sollte man sich fragen, warum gehe ich fremd. Und was hat diese andere Person, was mein Partner mir nicht geben kann. Kann mein Partner mir das wirklich nicht geben? Habe ich je mit meinem Partner über meine Bedürfnisse geredet? Hat er das auch wirklich verstanden? Ganz häufig ist man einfach zu feige mit dem Partner über die eigene Bedürfnisse zu reden.
Manchmal geht man aber auch fremd, weil man zu faul ist sich von seinem aktuellen Lebensgefährten zu trennen. Man hat Angst davor, dass man dann alleine ist. Dann ist man lieber unzufrieden mit der Situation in der Beziehung, an der man wirklich nichts mehr ändern kann, außer diese zu beenden. Um dieser Unzufriedenheit zu entgehen, geht man dann fremd, sucht die verlorengegangen und vermissten Gefühle bei anderen Menschen.
Aber das Fremdgehen darf nie zu lange gehen. Der Mensch bringt sich immer selber mit. Wenn ein „fremdgehen“ mit der selben Person zu lange geht, dann ist da eine weitere Beziehung. Und Beziehung bedeutet Arbeit. Arbeit an sich selbst und an der Beziehung. Hierzu sind aber viele Menschen nicht bereit, oder in der Lage.
Geschrieben in Gedanken | 3 Kommentare »
4.5.2011 von Tigresse.
Lange habe ich geglaubt, dass jemand der Polyamorös veranlagt ist, auch alle seine Parnter auf gleicher Ebene haben soll. Bedeutet, ich meinte, dass es keinen Primärpartner gibt, sondern alle gleich berechtigt sind.
Inzwischen bin auch ich erwachsen geworden und habe mich selbst mal genauer unter die Lupe genommen. Tatsache ist, dass es für mich so nicht funktioniert. Ich habe immer einen Primärpartner gehabt, auch, wenn ich das nicht wahr haben wollte.
Es ist doch einfach dumm zu glauben, dass man keinen Primärpartner hat, wenn man mit diesem Menschen zusammen wohnt, evt. Sogar ein Haus oder eine Wohnung zusammen gekauft hat. Ein Mensch zu dem man als erstes geht, wenn irgendwo der Schuh drückt.
Inzwischen lächele ich über den Spruch „alle meine Partner sind gleichberechtigt“. Das kann nur zutreffen, wenn man eine Wohnung für sich alleine hat, und mit keinem seiner Partner irgendwie auf klassischer Weise verbandelt ist. Also wenn man zu seinen Partner hin gehen muss, mit ihnen ein Teilchen seines Lebens verbringt, und dann wieder in sein eigenes zu Hause geht – ganz alleine.
Inzwischen weiss ich, dass ich nicht so bin. Ich habe immer einen Primärpartner. Manchmal habe ich Menschen mit denen ich auch andere Dinge teile. Dinge, die ich mit meinem Hauptpartner nicht machen kann.
Auf der anderen Seite weiß ich jetzt auch was ich will! Und ich will in der Beziehung die ich führe IMMER das Alphatier sein. Neben der Beziehung mit mir hat es keine anderen Beziehungen zu geben. Mal mit jemand anderem spielen, oder Sex haben ja. Aber keine weitere Beziehung. Und vor allem keine weitere Liebesbeziehung.
Ich will nicht auf einen Sockel gestellt und angehimmelt werden. Ich will nicht der absolute Mittelpunkt sein. Ich will ein Teil des Lebens meines Partners sein.
Und ich werde wie ein Tiger sein Revier verteidigen, wenn mir jemand versucht in die Quere zu kommen. Solange ich denke, dass sich der Kampf lohnt, werde ich kämpfen. Und wie heißt es so schön: in der Liebe und im Krieg sind alle Mittel erlaubt.
Sollte ich aber merken, dass mein Beziehung und mein Partner , es nicht wert sind, dass ich um sie kämpfe, dann werde ich erst trauern und dann mir einen neuen Partner suchen.
Ich bin ein felines Wesen, ich bin eine Tigerin – ich dulde keine anderen Weibchen neben mir!
Zumindestens ist das meine aktuelle Sicht auf Beziehungen.
Geschrieben in Gedanken | 2 Kommentare »